BLLV-Akademie: Zunächst einmal zum Einstieg: Wie würden Sie Selbstwirksamkeit definieren?
Dr. Bettina Eberl: Selbstwirksamkeit bedeutet, durch eigenes Handeln ein Ergebnis zu erzielen, worauf ich stolz sein kann bzw. worüber ich mich freue. Dieses positive Feedback, diese angenehme Emotion infolge der eigenen Wirksamkeit trägt somit zur Selbstwertsteigerung, Zufriedenheit und psychischen Gesundheit bei. Auch in der Arbeitswelt ist dies ein wichtiger und präventiver Faktor bezüglich Burnout: Wir beobachten, dass Berufe, in denen weniger Selbstwirksamkeit für die ausübende Person spürbar ist, ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Burnout haben. Ein geringeres Burn-out-Risiko besteht dahingegen bei Berufsgruppen, die unmittelbare Rückmeldung ihrer Arbeit und das erreichte Ergebnis erhalten. Ganz klassisch können das visuelle und haptische Rückmeldungen bspw. bei Handwerksberufen sein – also etwa der Schreiner, der stolz mit seiner Hand über das fertiggestellte Möbelstück streicht.