Fleischmann: Wir freuen uns sehr, dass Sie sich die Zeit nehmen für unser Interview, Frau Doksar. Zu Beginn möchte ich erst einmal mit einem allgemeinen Einstieg starten: Wie divers ist aus Ihrer Sicht unsere Gesellschaft und wie nehmen Sie das Interesse junger Menschen an gesellschaftspolitischen Themen wahr?
Doksar: Ich bin der Meinung, dass in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft, in der wir soziale und politische Umbrüche haben, insbesondere bei Kindern und jungen Menschen das Interesse an gesellschaftspolitischen Themen vorhanden ist. Durch soziale Medien ist der Zugang für sie leichter. Gesellschaftspolitische Themen sind in ihrem Leben präsenter. Man merkt aber gleichzeitig – wenn man sich den Lernort Schule und die Verhaltensweisen junger Menschen anschaut – dass sie einen hohen Wissensbedarf haben. Sie wollen sich austauschen, sie wollen in einen Dialog treten. Sie möchten auch über bestimmte Themen, die sie bewegen, sprechen – politisch, gesellschaftlich oder religiös. Dafür wünschen sie sich Räume, in denen sie offen reden, sich austauschen können und ihre Gedanken im Endeffekt zu Wort kommen. Ich merke auch, dass sie im Rahmen der Demokratiebildung bestimmte Themen in den sozialen Medien sehen und selbst gesehen und gehört werden wollen.