Tischgespräch BLLV Bildungsbrunch Regensburg
Bildungsbrunch in Regensburg 01.12.2015 Studierende

Aufnehmen, Wiedergeben, Vergessen.

Für den Bildungsbrunch im Dezember 2016 reisten unsere Präsidentin Simone Fleischmann und Hochschulreferentin Ulla Adam durch ganz Bayern, um mit Dozenten und Studierenden über Chancen, Möglichkeiten und Perspektiven der Lehrerausbildung zu diskutieren.

85% der Studierenden glauben, dass Klausuren nicht zum Lernerfolg beitragen, mehr als die Hälfte findet die Prüfungsanforderungen nicht transparent. Das sind die Ergebnisse einer BLLV-Umfrage unter 1289 bayerischen Lehramtsstudenten – diese wurde am 3.12 in Regensburg vorgestellt. Etwa 30 Dozierende und Studierende sowie mehrere Vertreter des BLLV – Präsidentin Simone Fleischmann, der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Wolfram Schneider und die Hochschulreferentinnen Petja Meidlinger und Ulla Adam – trafen sich zur Auswertung: Beim Brunch wurde intensiv über Ergebnisse und Perspektiven der Lehrerausbildung diskutiert. Es sei erschreckend, wie groß der Druck und die Ängste bei den Studenten seien, sagte Fleischmann. Mehr als jeder Vierte habe schon über einen Abbruch des Studiums nachgedacht. „Angst blockiert – gerade Menschen, die Lehrer werden, müssen aber motiviert sein.“

Die stets gleiche Form des Leistungsnachweises – Klausur, Referat oder Hausarbeit – als Bewertungsgrundlage des Studiums ist nach didaktischen Gesichtspunkten nicht haltbar – „Wir lernen, wie die Prüfungen später im Beruf nicht aussehen sollen“, bringt es eine Diskussionsteilnehmerin auf den Punkt. Studierende, so das Ergebnis der Umfrage, wünschten sich vor allem mehr alternative Prüfungsformen – Portfolio, mündliche Prüfung oder Lerntagebücher stehen dabei vorne auf der Liste. „Wir gehen gerne auf diese Bedürfnisse der Studenten ein, stoßen allerdings teils hier an einfache organisatorische oder rechtliche Schranken“, gibt Prof. Dr. Oliver Tepner (Chemie-Didaktik) zu Bedenken: So sei es rein organisatorisch und personell nicht möglich die 300 Klausuren einer Vorlesung durch Lerntagebücher zu ersetzen – ebenso müsse berücksichtigt werden, dass bei mündlichen Prüfungen zur Notenvergabe stets auch ein Zweitprüfer anwesend sein müsse. Aktuell werden bereits die Prüfungsordnungen der Regensburger Universität überarbeitet, um die Prüfungslast der Studenten insgesamt zu reduzieren, berichtet Tepner.

Zweiter großer Diskussionspunkt war der Bachelor-/Masterabschluss statt des Staatsexamens. 65,8% der befragten Regensburger Lehramtsstudenten wünschten sich einen Master-Abschluss statt eines Staatsexamens. Auch hier kann die Universität bereits erste Ergebnisse vorweisen: Ab kommenden Semester gibt es für die Studiengänge Lehramt Gymnasium Mathematik-Physik und Mathematik-Chemie die Studienabschlüsse Bachelor und Master of Education. Pläne für einen weiteren Ausbau, insbesondere des geisteswissenschaftlichen Zweiges oder des Lehramts an Grund- und Hauptschulen lägen derzeit aber noch nicht vor, erklärten die Sprecher des RUL, des Regensburger Universitätszentrums für Lehrerbildung. Im Anschluss an den Brunch trafen sich Vertreter des RUL und des BLLV zur Auswertung der Diskussion, insbesondere zur praktischen Umsetzung der in der Diskussion angesprochenen Probleme und Lösungen.

Von Sebastian Bäumler (SG Regensburg)

Presse: Artikel in der Mittelbayerischen

Wenn Ihr Euch genauer über unsere Umfrage informieren möchtet, findet Ihr die Ergebnisse hier.