Wie sag ich’s richtig?

Reden kann man viel, die Kunst ist, auch gehört zu werden. Wie Lehrkräfte es schaffen, dass ihre Worte in den Köpfen ihrer Schüler hängen bleiben, kommt bei der Lehrerbildung oft zu kurz. BLLV-Rethoriktrainer Toni Gschrei erklärt die Kunst der kurzen Sätze und warum Schweigen manchmal besser ist als tausend Worte.

Einfach erstmal nichts sagen

Um den eigenen Worten die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen ist es ganz wichtig, warten zu können, bis es ruhig ist in der Klasse. Nicht nur zu Beginn der Stunde, sondern auch wenn es zwischendrin zu unruhig wird, einfach mal eine Pause machen. Hilfreich können auch Hilfsinstrumente wie Klangschalen oder Glocken sein. Macht die Lehrkraft es zum Ritual, erst einmal mit der Glocke zu bimmeln, bevor der Unterricht los geht, lenkt das die Aufmerksamkeit gleich in die richtige Richtung.

Checkliste vor den ersten Sätzen

Bevor das erste Wort gesprochen wird, ist es hilfreich eine innere Checkliste durchzugehen und die eigene Körpersprache auf die Frage zu überprüfen: Bin ich präsent? Wie stehe ich da? Am besten mit geradem Rücken und mit beiden Füßen fest auf dem Boden. Es hilft auch noch einmal die Schultern zu lockern und ganz wichtig: Blickkontakt. Schüler und Schülerinnen müssen sich angesprochen fühlen auch durch die Augen.

Verständliche Sprache

Wie bei allen Reden gilt auch in der Klasse: keine verschachtelten Sätze. Je komplizierter der Satzbau, je umständlicher und ausgefallen die Wortwahl, desto schneller gehen die Worte bei den Schüler und Schülerinnen zum einen Ohr und zum anderen heraus. Also möglichst wenig Fremdwörter und Nebensätze. Wichtig ist es auch, eine klare Botschaft zu senden. Oft schmuggeln sich Sätze ein wie: „Alex, könntest Du bitte vielleicht das Fenster aufmachen?“ oder „Ich möchte euch begrüßen“. Einfacher und besser verständlich wäre: „Ich begrüße Euch“ oder „Alex, bitte mach das Fenster auf“ - ohne vielleicht.